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Das Runde muss ins Eckige oder „Heute schon ein Tweet geschossen“?

EM

Ganz ehrlich: Gäbe es die sozialen Medien nicht, ich hätte die EM 2016 verschlafen. Wehten seit dem Sommermärchen 2006 schon Wochen vor den runden Länderspiel-Spektakeln bunte Nationalfahnen an jedem Fahrzeug und vor jedem Public-Viewing-fähigen Lokal, so sieht es sogar noch nach dem ersten Sieg der Deutschen Nationalelf ziemlich mau am Wagen aus – jedenfalls bei uns auf dem bayerischen Land. Dabei sind die Fähnchen das A und O einer gut sortierten  Fanausrüstung. Das weiß sogar Twitter und wittert das große Comeback mit Special-Flag-Effects für jedes teilnehmende Land.  

Und auch sonst darf man auf dem angeschlagenen Social-Media-Kanal mal wieder unzählige Kommentare lesen, die durchaus auch Potenzial für den einen oder anderen Spezialeffekt haben und in alle Farbrichtungen sogar politisch werden. Braucht es das wirklich?

Ist das Politik oder kann das weg?

Es ist ja schon so, dass das Faszinierende an der Idee länderübergreifender Wettkämpfe der Sport ist. Und zwar nur der Sport. Und wenn Sie mich fragen: Das soll auch so bleiben. Denn irgendwie reicht es ja schon, dass Veranstaltungen wie die EM vom passenden Schuh der Kicker bis hin zum Brotaufstrich kommerzialisiert werden. Auf eine Politisierung können wir da alle gut verzichten. Nur eben nicht die Politiker, wie es scheint: Twitter-Spott für AfD-Vize nach Deutschland-Sieg gegen Ukraine

Das ist insofern schade, als Politiker damit den Sport dann auch noch instrumentalisieren. Und das ist unsportlich. Und unnötig. Gerade jetzt. Gerade heute. In einer Zeit, in der wir uns doch alle nach Ereignissen sehnen, die ein wenig vom Alltag ablenken. Das können Konzerte sein, dass können Auszeiten mit der Familie sein oder eben das Erlebnis einer EM mit einer Traumflanke von Bastian Schweinsteiger und  ganz ohne Politik. Ganz ohne schwarz und weiß, Freund und Feind. Oder sagen wir es einmal so: Wir wollen einfach nur spielen.

Bitte nicht nerven!

Im richtigen Leben geht das. Natürlich mit Freunden, zuhause oder in einem Lokal oder Bierarten unserer Wahl. Diese Kleinstgastronomien Public Viewing zu nennen, das traue ich mich nicht. Da gibt es ja oft noch nicht einmal flächendeckendes WLAN. Was uns natürlich nicht zur Zielgruppe für schnelle Posts und Kommentare in sozialen Netzwerken macht. Und dennoch: Auch wir sind dabei. Live. Bei der EM. Eben nur nicht überall, wo scharf geschossen wird. Zum Beispiel über die Tauglichkeit oder Untauglichkeit weiblicher Kommentatorinnen: So urteilt das Netz über die erste weibliche EM-Kommentatorin

Dagegen lobe ich mir doch die Anleitung „EM 2016: Die wichtigsten Tipps für Facebook und Twitter“, erschienen bei web.de. Hier werden nicht nur seriöse Links zu Nachrichten- oder Nationalspieler-Seiten vorgestellt, sondern auch eine kurze Anleitung, wie der Nachrichtendienst Twitter zu bedienen ist.

Am besten gefällt mir dabei Tipp 5: „Aber nerven Sie Ihre Freunde möglichst nicht mit sinnlosen Postings. (…) Beispiel gefällig? Ein blanker Text wie zum Beispiel ,Tooooooooor!‘ macht keinen Sinn. Das haben Ihre Freunde schon selbst gesehen, keine Sorge.“ Und wenn wir uns den letzten Tipp alle zu Herzen nehmen würden, dann wäre die EM ganz nach meinem Geschmack Tipp 7: „Seien Sie nett zu anderen Fans“.

Ruhig mal auf den Tisch hauen

Dabei darf man natürlich ruhig auch mal auf den Tisch hauen. Zum Beispiel, wenn „fast ein Tor“ gefallen wäre. Egal für wen. Aus Freude oder Erleichterung. Und es darf geklatscht, gebuht und auch mal geweint werden. Alles im Rahmen und immer schön den Ball flach halten. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn am Nebentisch, in der Nebenwohnung und im Social Web. Nur einen erreichen wir dort auf keinen Fall: Miro Klose. Der, so die SZ vom 11./12. Juni 2016, „würde gerne von der Couch zuschauen, wie Deutschland Europameister wird.“ Nur eines werde man nicht erleben: „dass er vor Freude twittere oder facebooke oder so’n Zeug“.

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