Online Marketing Blog – eMBIS Akademie – der Blog für Online Marketer eMBIS GmbH

3 Storytelling-Mythen – und was Stories im Marketing wirklich brauchen

Mythos Skulptur

Aus dem Nischenthema Storytelling ist mittlerweile eine feste Größe im Content Marketing geworden. Doch so einfach das Wort über die Lippen huscht und so vertraut die Idee vom Geschichtenerzählen erscheint, so komplex sind die Hintergründe, die eine gute Story ausmachen. Und die Mythen, die in der Literatur sowie in den Marketingabteilungen rund ums Storytelling kreisen. Drei davon begegnen mir immer wieder in meinen Seminaren und bringen die Teilnehmer durcheinander. Zeit also, damit aufzuräumen.

Mythos 1: Storytelling ist ein Synonym für Geschichtenerzählen

Jein. Im weitesten Sinne übersetzt, ist diese Annahme sicherlich korrekt. In der Praxis, also der konkreten Umsetzung im Marketing, bedarf es hier einer sehr feinen Unterscheidung. Denn der Erfolg des Storytellings in Unternehmen und für Unternehmen gründet nicht auf dem Erzählen von Geschichten à la: „Es war einmal…“, sondern in der Vermittlung von Wissen und Botschaften in Form von Geschichten.

Komplexe Zusammenhänge, Daten und Fakten werden also anhand oder im Gewand einer Story erzählt. Dadurch können spezifische und schwer zu vermittelnde Inhalte einer breiten Masse verständlich und nachhaltig näher gebracht werden. Nachhaltig deshalb, da diese Geschichten in der Regel emotional untermalt werden: mit Situationen, Bildern , Testimonials und Begebenheiten, mit denen sich die Zielgruppe sehr leicht identifizieren kann. Im besten Fall erkennt der Leser oder User sich selbst in dieser Person oder Situation und versteht intuitiv den Sinn und Nutzen der übermittelten Inhalte und Botschaften.

Putzmittel

Ein Beispiel:

Eine Story über eine Hausfrau, die auf einem Haushalt-leicht-gemacht-Blog ein neues Reinigungsmittel ausprobiert und dabei erklärt warum sie etwas Neues testet (Unzufriedenheit mit herkömmlichen Mitteln), mit welcher Konsistenz sie arbeitet, die auch ehrlich kommuniziert, dass es ganz ohne Chemie in der Praxis eben nie so richtig sauber wird und im Anschluss einen Vorher-/Nachher-Vergleich anbringt, übermittelt die Wirkkraft des Reinigers anschaulicher, als eine Auflistung der Inhaltsstoffe oder eine eigens erfundene Kraftformel auf einem Plakat an einer Bushaltestelle vor der Schule.

Das bedeutet:

Bevor Sie Ihre Story erzählen – als Blogbeitrag, in einem Video, als Serie in einem Magazin oder einem Produkttest, legen Sie fest:

  • wen Sie erreichen wollen (Zielgruppe)
  • wo Sie Ihre Zielgruppe erreichen (Längen und Formate unterscheiden sich je nach Kanal)
  • welches Wissen oder Botschaften vermittelt werden sollen (mit welcher Nutzenbotschaft können Sie Ihre Zielgruppe erreichen und berühren)

Gut zu wissen:

Laut Wikipedia ist „Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“) eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form einer Metapher weitergegeben und durch Zuhören aufgenommen wird. Die Zuhörer werden in die erzählte Geschichte eingebunden, damit sie den Gehalt der Geschichte leichter verstehen und eigenständig mitdenken. Das soll bewirken, dass das zu vermittelnde Wissen besser verstanden und angenommen wird. Heute wird Storytelling neben der Unterhaltung durch Erzähler unter anderem auch in der Bildung, im Wissensmanagement und als Methode zur Problemlösung eingesetzt.“ (Quelle de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_Methode)

Mythos 2: Der Held muss sich auf eine lange Reise machen

Nein! Jeder der sich schon ein wenig mit dem Thema Storytelling befasst hat, der musste sich durch dieses Kapitel quälen: die Heldenreise nach Joseph Campbell. Und nochmals nein: Hier kommt sie nicht noch einmal, die hochkomplexe emotionale Berg- und Talfahrt antiker Helden in 12 Phasen. Sie müssen Ihre Helden nicht verzweifeln lassen, alle überleben und das meist ohne übernatürliche Hilfe aus der Unendlichkeit des Universums.

Ihr Held, oder nennen wir ihn einfach einmal Protagonist, ist eher so ein Mensch wie „du und ich“. Denn nur dann kann sich der Leser oder User mit ihm identifizieren. Nur dann wirken die Geschichten und der darin verborgene Wissenstransfer. Anstatt einer langen Heldenreise benötigt Ihre Story vielmehr eine Dramaturgie:

  • Ausgangs- oder Ist-Situation
  • Problemstellung
  • Problemlösung dargestellt durch einen Wandel der Ist-Situation
  • (Happy) End.

Im Marketing empfiehlt sich ein positiver Ausgang Ihrer Story, um ein gutes Gefühl und somit eine positive emotionale Bindung zu Ihrem Unternehmen, Ihrer Dienstleistung oder Produkt herzustellen.
VW-Werbung

Ein Beispiel:

VW promotet in der Kategorie Nutzfahrzeuge seinen neuen Crafter. Betont nutzerorientiert werden dabei die Bedürfnisse der Man at work in den Vordergrund gestellt. Persönliche Statements und Stories aus dem Arbeitsalltag bringen die Vorteile in Wort und Bild auf der Webseite auf den Punkt. Und dann die schöne Krönung: Der Werbespot. Mit einem humorigen Ende. Es bleibt: ein gutes Gefühl. Die Botschaft „Kompetenz: Wir haben dich verstanden und genau das Fahrzeug konstruiert, das dir im Alltag hilft“, wird klar kommuniziert und durch das Storytelling in Wort, Bild und Video mit spannendem Sound unterstrichen: http://der-neue-crafter.de/de/de/home.html

Mythos 3: Jeder Kanal im crossmedialen Marketingmix braucht seine eigene Geschichte

Nein. Die meisten Stories lassen sich auf den jeweiligen Kanal zuschneiden und viral miteinander verbinden. So wird die Story rund und die Reichweite unendlich.

Eine neue Story auf Ihrem Blog können Sie durch ein Foto auf Instagram oder Pinterest promoten, ebenso auf Ihrem Facebook-Kanal. Mehr Platz für Text und Bild widmen Sie dieser Story ganz ausführlich in Ihrem Kundenmagazin oder mit Insider-Wissen garniert im Mitarbeitermagazin. Angekündigt wird Ihre neue Story rund um Ihr neues Produkt im Newsletter oder Intranet. Und: Ist eine Story für Ihre Kunden brandaktuell und muss sofort kommuniziert werden: Tun Sie dies und warten Sie nicht darauf, Mitarbeiter und Kunden gleichzeitig zu informieren. Dies insbesondere, wenn Ihre Kundenkommunikation sehr zeitnah erfolgt und Ihr Mitarbeitermagazin nur ein- bis zweimal im Jahr erscheint. Keine Sorge: Ihre Mitarbeiter haben in der Regel während der Arbeitszeit und nach Feierabend anderes zu tun, als Kundenmagazine und Kunden-Newsletter zu lesen :-).


Wie Storytelling im Marketing und in der Unternehmenskommunikation funktioniert erfahren Sie in unseren Storytelling Seminaren:

SeminarOrtTermin
Storytelling Düsseldorf 04.-05.12.2017Jetzt anmelden
Inhouse Seminar Auf Anfrage

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben